​«Was noch alles auf uns zukommt ist unglaublich»

Albert Keel hat zusammen mit Marcel Kramer vor zwei Jahren die 1959 gegründete EDAK AG übernommen und daraus die Makk AG gemacht. Das Unternehmen fertigt unter anderem Garderoben, Leitern, Abfallsysteme sowie Wäschewagen und beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft. Ein Gespräch mit einem visionären Kopf, der seine Mitarbeitenden gerne involviert.

Albert Keel mit den Kult-Garderobenhaken von MAKK

(Dieses Interview erschien im April 2017 in der Kundenzeitschrift Profile von Profilemedia)

Die Produkte von MAKK kennt jedes Kind, hängt es doch jeden Morgen seine Jacke an einen Kleiderhaken von euch. Wie schafft ihr es, immer noch in der Schweiz zu produzieren?

Albert Keel: Wir produzieren nicht nur Standardartikel in kleinen und grösseren Mengen. Wir sind auch sehr stark in der Herstellung von kundenspezifischen Produkten: Arbeitspodeste, Spezialtransportgeräte, Abfallbehälter oder präzise angepasste Garderoben in unterschiedlichsten Variationen. Die Spezialwünsche und Vorstellungen unserer Kunden können bei uns schnell umgesetzt werden. Mit reiner Standardproduktion hätten wir keine Chance gegen die preisaggressive Konkurrenz aus Billiglohnländern. Und wir sind bestrebt, die Prozesse weiterhin zu optimieren oder zu automatisieren und unsere Produkte intelligent zu machen. So können wir den Standort Schweiz beibehalten.

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Ihr seid aus einem traditionellen Unternehmen entsprungen. Wie gelingt euch, die Transformatoin in die neue Zeit?

Zurzeit befassen wir uns sehr intensiv mit dem Thema Transformation. Mit allen Mitarbeitenden haben wir vor kurzem einen intensiven Workshop zu Themen wie Industrie 4.0, Zukunftsvisionen, Digitalisierung durchgeführt. Wir wollten herausfinden, wie uns unsere Mitarbeitenden heute und in 5 Jahren sehen und sie gleichzeitig auf den unheimlich schnellen Wandel vorbereiten. Denn ich möchte, dass auch die Mitarbeitenden kreativ in diesen Prozess hineingehen. Wie verändert sich der Markt? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf unser Geschäft? Denn die Digitalisierung wird unser Zukunftsthema sein.

Was versprichst du dir denn von der Digitialisierung?

Die Digitalisierung eröffnet uns neue Welten. In ein paar Jahren werden wir wohl Räume mit Scannern ausmessen und fotografisch aufnehmen und dem Kunden eine Brille aufsetzen, in denen er unsere Produkte in den Raum projiziert sieht. Er hat somit eine Vorstellung, wie unsere Produkte im Raum wirken und kann Änderungswünsche unmittelbar vornehmen. Daran arbeiten wir bereits jetzt.

Das sind grosse Veränderungen. Wie wollt ihr das erreichen?

Es braucht ein Umdenken seitens der Mitarbeitenden. Und es braucht eine noch umfassendere Kundenorientierung und Marktbearbeitung. Wir müssen die Denkweise und die Bedürfnisse des Kunden noch besser, noch intensiver kennenlernen und diese in die Zukunft adaptieren können. Es gilt, mit zukunftsorientierten Lösungen den Kunden nachhaltige Vorteile zu verschaffen und auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, an die der Kunde heute noch nicht denkt. Dies bedingt, dass wir sehr proaktiv und auch zielgenau an die bereits sehr gut informierten Kunden herantreten. Zudem werden wir die Digitalisierung priorisieren. Mit diesen Massnahmen wollen wir uns einen Marktvorsprung erarbeiten und uns klar von den Mitbewerbern abheben.

Macht dir die Digitalisierung nicht auch angst?

Nein, ich freue mich. Was da noch alles auf uns zukommt, ist unglaublich! Schon heute übernehmen Artificial Intelligence, Roboter und Chatbots zahlreiche Tätigkeiten in Produktion, Logistik, Medizin und Forschung. Selbst im Kundenservice führen vermehrt digitale Assistenten die Kommunikation mit dem Kunden. Und in ein paar Jahren brauchen wir keine eigenen Autos mehr. Wir bestellen per Smartphone ein Fahrzeug. Keine Staus, keine Parkplatzprobleme. Solche Überlegungen müssen auch im Unternehmen stattfinden. Denn ich glaube nicht, dass wir in zehn Jahren noch Garderoben und Abfallsysteme produzieren, wie wir das heute tun. Intelligenz in den Produkten wird zum Alltag. Und wie schon erwähnt, bis dahin gibt es völlig neue Geschäftsmodelle, mit denen wir uns bereits heute befassen.

Könnt ihr euch mit solchen Überlegungen von der Konkurrenz differenzieren?

Das Tempo wird zum entscheidenden Faktor. Unsere Konkurrenten machen sich sicherlich auch Überlegungen zur Zukunft des Unternehmens. Aber wir sehen, dass wir da einen gewissen Vorsprung haben, auch mit den Inbound-Marketing-Aktivitäten, die wir mit ProfileMedia realisieren. Wir sind noch die Einzigen, die den Kunden Hilfestellungen in Form von Whitepapers und Online-Checks anbieten. Und die Resonanz ist wirklich toll. Mit diesen Mitteln können wir mit unseren Kunden noch besser in Kontakt treten, Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und auch unsere Kompetenz beweisen. Die Anfragen häufen sich und immer öfters resultieren daraus schöne Aufträge und tolle Kundenbeziehungen. Inbound-Marketing ist eine optimale Ergänzung zu den klassischen Marketingmassnahmen und einem guten Aussendienst.


Blog verfasst von makknews, 23.05.2017

Topics: Team MAKK