Sicher in die Tiefe

Publiziert von Albert Keel on 06.07.2018 13:51:07
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Thomas Buser verkauft und montiert für die MAKK AG seit 7 Jahren Schachtleitern. Im Interview spricht er über realisierte Grossprojekte, die geltenden Vorschriften der Suva, verschiedene Materialien, die bei Schachtleitern zum Einsatz kommen und seine nicht vorhandene Höhenangst.


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Makk: Sie montieren seit sieben Jahren Schachtleitern und auch weitere Leitern der MAKK AG. Welchen Bezug haben sie zu Leitern?

Thomas Buser: Leitern bringen Menschen sicher nach oben und unten. Man kann mit ihnen Hindernisse überbrücken, ob in die Tiefe oder in die Höhe. Es gibt viele verschiedene Typen von Leitern. Die MAKK-Leitern finde ich nicht nur sicher, sondern auch schön. In der Verarbeitung sind sie herausragend und haben eine überdurchschnittliche Lebensdauer, auch bei täglichem Gebrauch und Dauerbelastung . 

Oft montieren Sie Schachtleitern. Diese sind vorgeschrieben bei Schächten mit mindestens einem Meter Falltiefe. Wie schätzen Sie das Bewusstsein bezüglich dieser Vorschrift auf Kundenseite ein?

Die Suva hat im Mai 2012 ein Factsheet herausgegeben, das einiges bewirkt hat. Darin sind die Vorschriften klar definiert. Wird eine passende Leiter gewählt und ist sie korrekt montiert, so übernimmt die SUVA bei Unfällen die Versicherungsleistung. MAKK-Leitern entsprechen vollumfänglich den im Suva-Factsheet genannten Kriterien, so weisen sie im Gegensatz zu Leitern von anderen Anbietern gerillte und profilierte Sprossen auf. 
Doch es sind nicht nur die Vorschriften, die Schachtleitern nötig und sinnvoll machen. Die nicht gestattete Alternative, um in einen Schacht abzusteigen, wäre eine Anstell-Leiter zu verwenden. Diese ist wacklig und man hat weniger Platz. Die Unfallgefahr ist entsprechend höher. An einer fix montierten Schachtleiter kann man sich besser festhalten, sollte man fallen und die Gefahr mit dem Kopf an der Schachtwand anzuschlagen ist dadurch entscheidend geringer. Zudem empfehle ich je nach Beschaffenheit und Tiefe der Schächte Leitern mit Rückenschutz und Absturzsicherung. 


Wie muss man sich eine solche Absturzsicherung vorstellen und ist sie ab einer gewissen Schachttiefe ebenfalls zwingend?

Ja, eine Absturzsicherung ist ab 5 Metern Falltiefe vorgeschrieben. Diese Distanz wird gemessen von der Oberkante des Schachts bis zum Grund des Kanals, also dem Auslauf. Es kann also sein, dass die Leiter 4 Meter lang ist, es aber nochmals 1 bis 1,5 Meter weiter runtergeht und dann ist eine Absturzsicherung zwingend. Oft handelt es sich um Schienensysteme mit Läufer, in die man einen Karabiner einhängt. Runter geht es nur, wenn sich die Hand am Karabiner befindet.

Sie haben die korrekte Montage angesprochen. Was ist darunter zu verstehen?

Die Löcher müssen an der richtigen Stelle gebohrt werden, damit die Dübel halten. Das heisst: nicht in die Übergänge und Fugen von Schachtelementen. Zudem sind die vorgegebenen Abstände einzuhalten, die Leiter sollte nicht zu nahe an der Schachtwand und am Deckel sein. Damit man mit dem ganzen Fuss nicht nur mit den Zehen auf die Sprosse auftreten kann, sind mindestens 15 cm als Abstand zwischen der Mitte der Sprosse und der Schachtwand gefordert. Zwischen der Oberkante des Schachtdeckels und der ersten Sprosse müssen 25 bis 30 cm liegen. Städte wie Winterthur haben jedoch ihre eigenen Vorschriften, hier müssen es nebst der vorgeschriebenen Beschaffenheit der Sprossen und Holmen exakt 40 cm sein. Bei solch genauen Massen wie in Winterthur hofft man immer, dass wenn noch der Feinbelag fehlt, dieser auch wirklich in der angegebenen Höhe angebracht wird. Mittlerweile sichere ich mich in solchen Fällen auch entsprechend ab. Übrigens ist die MAKK-Schachtleiter eine der wenigen, die von der Stadt Winterthur als zulässig  taxiert und für die Verbauung zugelassen wird.

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Was ist für Sie weiter zu berücksichtigen, wenn Sie auf Montage gehen?

Abmessungen und Typen der Schächte müssen mir bekannt sein, damit ich die richtige Anzahl Spezialkonsolen dabeihabe, die bei speziellen Schacht- oder Konustypen zum Einsatz kommen. Der Konus ist der oberste Teil des Schachts, wo der Deckel eingelegt wird und ich anbohren kann. Ich weiss mittlerweile recht gut, welche Konustypen die einzelnen Baufirmen einsetzen. Zudem gibt es auch Schächte ohne Konus, mit einer sogenannten Zentrumsplatte. Dann kommt eine lange, oben und unten verstellbare Konsole zum Einsatz. Der Vorteil der MAKK-Leitern liegt darin, dass ich sie praktisch überall der Norm entsprechend einbauen kann, weil die Konsole nicht fix an ihnen befestigt ist.

Welche Materialtypen gibt es bei Schachtleitern und was sind ihre Eigenschaften?

Es gibt verzinkte Leitern, solche aus Aluminium und aus Chromstahl gefertigte. Man muss immer die Situation vor Ort und die Bedürfnisse der Nutzung berücksichtigen. Verzinkte Leitern sind die günstigste Variante. Sie bieten sich besonders an, wenn man weiss, dass sie eher selten genutzt werden, so beispielsweise im Fluchtschacht von Einfamilienhäusern. Aluminium überzeugt mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und einer sauberen Verarbeitung. Die Leitern sind glatt und schonen damit die Hände. Chromstahl hat die höchste Lebensdauer und ist etwas teurer. An manchen Orten, beispielsweise bei Schächten auf asphaltierten Plätzen ist eine V2A-Ausführung die richtige Wahl. Dies ist Chromstahl, der gegen sich selbst rostfrei ist. Steigen die Nutzer jedoch von einem Kiesplatz hinab, bilden sich schnell Kratzer und man fährt mit einer V4A-Chromstahl-Ausführung besser. MAKK hat all diese Typen nicht nur im Angebot. MAKK produziert diese Leitern selber in Dachsen. Solides Handwerk und gutes Material ist wichtig für die Sicherheit und spart langfristig Kosten. In einer der grossen und hier nicht genannten Schweizer Städte stösst man auf mit Plastik ummantelte Leitern. Unter einer solchen Plastifizierung können Leitern faulen und bestehen letztlich nur noch aus der Kunststoffhülle – ein sehr grosses Sicherheitsrisiko.

Wie wichtig ist Ihnen der Aspekt, dass die MAKK ihre Leitern in der Schweiz fertigt?

Ich schätze es sehr, mit Schweizer Produkten zu arbeiten. Die Nähe der Produktion und Lager bringt es mit sich, dass man bei Grossbestellungen oder kurzfristigen Engpässen schnell reagieren kann. Die Lieferzeiten ausländischer Schachtleitern dauern zu lange. Und bei der MAKK schenkt man mir Gehör, wenn es um Verbesserungen oder Ideen für Neuentwicklungen geht. Durch solche Inputs und Weiterenwicklungen konnten wir erwirken, dass die Zahl der Einstiegshalterungen reduziert werden konnte. Auch sonst klappt die Zusammenarbeit sehr gut. Besonders begeistert bin ich von meinem langjährigen Ansprechpartner Tobias Kernweis im MAKK-Verkaufs-Innendienst. Er macht vieles möglich und setzt sich sehr für mich ein. Er packte auch schon ein wichtiges fehlendes Teil in sein Privatauto und übergab es mir auf einer Autobahnraststätte. Auch im MAKK-Aussendienst spüre ich, dass Fachwissen aus jedem Bereich vorhanden ist, von der Produktion, über das Material bis hin zu den Einsatzmöglichkeiten. Hin und wieder werde ich von neuen Mitarbeitenden der MAKK auf meinen Montagetouren begleitet, damit ich mein Fachwissen vermitteln kann. Bei einzelnen Objekten ist es den Kunden auch wichtig, dass sie jemanden von der Geschäftsleitung sehen können und da macht die MAKK immer mit.

Welche Grossprojekte konnten Sie im Bereich Schachtleitern bereits realisieren?

Einer meiner grössten Aufträge war die Ausrüstung des Zentrallagers von Aldi in Schwarzenbach, wo ich über hundert Aluminium-Leitern mit Tiefen von 1,5 bis 11 Meter verbaut habe. Voll ausgerüstet, also mit Einstiegshalterung und bei jenen, die tiefer als 5 Meter waren mit Absturzsicherung. Nun stehen weitere grosse Projekte an. Bei Grossprojekten weiss man jedoch manchmal nicht genau, wann die Aufträge effektiv ausgeführt werden. Man wartet lange und plötzlich muss es sehr schnell gehen. Das wird dann jeweils zu einer grossen Herausforderung. Doch darin haben wir beide mittlerweile eine langjährige Erfahrung.

Als Kind, sind Sie da eigentlich häufig auf Bäume geklettert? Und heute, verspüren Sie da nie Höhenangst?

Nein, auf Bäume bin ich eigentlich nie geklettert. Daran kann es also nicht liegen, dass ich auch bei Höhen von 20 Metern keine Höhenangst kenne. Bis vor wenigen Jahren hat es mir nichts ausgemacht, wenn ich irgendwo rauf musste und alles wackelte. Aber ich merke jetzt mit 51 Jahren vielleicht langsam das Alter. Da wird man eine Spur unsicherer und auch vorsichtiger. Einmal musste ich auf einer Kran-Plattform montieren. Je mehr Druck ich bei der Montage der Leiter anwendete, desto weiter weg schob sich dabei die Hebebühne. In solchen Momenten glaubt man von Jahr zu Jahr ängstlicher zu werden. Wenn ich die Leiter fest montieren kann, spielt es für mich aber nach wie vor keine Rolle, ob dies in 2, 10 oder 20 Meter Höhe passiert. Weil ich schwindelfrei bin, kommt es durchaus hin und wieder vor, dass ich mich auch mal in luftiger Höhe oder einem tiefen Schacht unsachgemäss nur mit einem Feuerwehrgurt mit Karabiner sichere. Nur, damit ich ein Gefühl der Sicherheit habe. In solchen Momenten überliste ich mich selber. Vieles ist halt psychologisch. Hat ein Mensch ein «Gstältli» an oder ist hinter ihm ein Rückenschutz angebracht, so fühlt er sich sicherer. Gut festhalten gilt aber trotzdem immer. 


Besten Dank für dieses spannende Interview, Herr Buser. Und weiterhin viel Freude und unfallfreies Schaffen mit den MAKK-Schachtleitern.

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Topics: Leitern, Schachtleitern

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