​​Die alte und neue Ordnung bei den Handballern von Pfadi Winterthur

Mit der 2018 fertiggestellten AXA Arena erhielt Pfadi Winterthur Handball ein neues Zuhause auf höchstem Niveau. Für alle Beteiligten bedeutet das mehr Ordnung, Komfort und Perspektiven auf und neben dem Platz. Darüber, was diese Veränderung bedeutet und von spannenden Geschichten aus den «Katakomben» erzählt Adrian Brüngger, Trainer NLA-Männer im Interview.

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Pfadi Winterthur ist einer der erfolgreichsten Handballvereine der Schweiz, mit einer traditionsreichen Geschichte und vielversprechenden Zukunft. Für den Erfolg wird auf und neben dem Platz hart gekämpft und leidenschaftlich in Spieler, Fans und den Standort Winterthur investiert. Mit der 2018 fertiggestellten AXA Arena erhielten der Club und seine zahlreichen Fans ein neues Zuhause auf höchstem Niveau. Für mehr Ordnung, Komfort und Perspektiven für alle Beteiligten, auf und neben dem Platz. Und damit auch in den neuen Garderobenräumen der NLA-Männer alles in Ordnung ist und bleibt, müssen ganz besondere Regeln eingehalten werden. Davon und von weiteren Geheimnissen aus den «Katakomben» erzählt Adrian Brüngger, Trainer NLA Männer bei Pfadi Winterthur im Interview.

 

MAKK: Bei Pfadi Winterthur ist seit Jahren so ziemlich alles in Ordnung. Zumindest wenn man Zahlen und Fakten Ihrer zahlreichen Spiel-Erfolge berücksichtigt. Wie schaffen Sie das als Trainer, als Team und als Club?

Adrian Brüngger: Danke für die Blumen! Es gibt viele unterschiedliche Faktoren für den Erfolg. Einer der wichtigsten ist die Konstanz. Wir konnten einen Grossteil des Teams über mehrere Jahre zusammenhalten und ich selber bin nun in meiner zwölften Saison als Trainer. Was den Spielstil angeht, ist unser Motto «schneller, schlauer, fitter». Das heisst, dass wir vor allem auf eine bewegliche Abwehr und schnelle Gegenstösse ausgerichtet sind. Daneben wollen wir uns durch eine schlaue Taktik gegenüber dem Gegner Vorteile verschaffen. Weiter erlaubt uns unsere positive Arbeitsmoral, mehr zu trainieren als die Konkurrenz, weshalb wir das fitteste Team der Liga sind.

Die neue AXA Arena in Winterthur bietet nicht nur passiven Spielgenuss auf der Tribüne. Sie bietet zahlreichen Sportlern und Spielern von Pfadi Winterthur ein zweites zu Hause auf höchstem Niveau. Wie haben Sie den Bauprozess erlebt?

Das war eine sehr spannende und intensive Zeit. Von der ersten Idee bis zum Bezug der Halle vergingen nicht einmal vier Jahre. Wir haben den Baufortschritt hautnah mitverfolgt, haben die Baustelle als Team immer wieder besichtigt und dem grossen Moment der Fertigstellung entgegen gefiebert.

AXA_Arena_


Welche Wirkung haben die neuen räumlichen Dimensionen auf Ihre Arbeit und die Spieler Ihrer Mannschaft?

Im Vergleich zu den Bedingungen zuvor ist es wie Tag und Nacht. Wir haben nun eine topmoderne Arena, die uns auch zu Trainingszwecken jederzeit zur Verfügung steht sowie eine eigene Garderobe. Daneben gibt es mit «Zone 4 Performance» den wohl modernsten Kraftraum der Schweiz, den wir uns mit anderen Spitzensportlern und ehrgeizigen Hobbysportlern teilen. Im dritten Stock betreibt das Kantonsspital Winterthur zusammen mit der Medbase ein Zentrum für Sport und Medizin auf 1’000m2. Wir haben jederzeit Zugang zu Medizin, inkl. MRT und Röntgen, sowie Physiotherapie und Leistungsdiagnostik. Im 2. OG bieten sich Möglichkeiten für Sporthypnose und Seminare, sogar eine Kältekammer wird dort betrieben. Und all das ist auf engstem Raum zusammen – es ist wie ein neues Universum für uns.

Die Garderobenräumlichkeiten dienen den Spielern in funktionaler und gleichwohl emotionaler Weise als wichtiger Rückzugsort. Sie haben mir im Vorgespräch erzählt, dass ganz strikte Zutrittsregelungen für den Garderobenbereich gelten. Was sind die Gründe dafür und wie sehen diese Regelungen aus?

Was für Sie zu Hause Ihr Schlafzimmer ist, ist für ein Team die Garderobe. Bei uns haben einzig und alleine Spieler, Coaches und Mitglieder des Staff der ersten Mannschaft Zutritt zur Garderobe. Selbst der Präsident oder der Geschäftsführer müssen draussen bleiben. Die Garderobe ist – wie gesagt – ein Rückzugsort für das Team, was in der Garderobe besprochen wird, bleibt in der Garderobe. Darauf muss sich die Mannschaft verlassen können. Wenn man also in die Garderobe rein will, muss man als Spieler folglich für die erste Mannschaft aufgeboten werden – man muss es sich verdienen!


MAKK durfte die neue Garderobeneinrichtung individuell für Pfadi Winterthur produzieren. Was bedeutet Ordnung für Ihr Team und wie kann die neue Einrichtung zu einem ordentlichen Mehrwert beitragen?

Ordnung und Disziplin sind sehr wichtig. Auf dem Feld muss ich ab und zu dafür sorgen. In der Garderobe regeln die Spieler das immer untereinander. Unsere Garderobe ist gross und wunderschön, niemand käme auf die Idee, sie mit Unordnung zu verunstalten. Noch wichtiger als die Ordnung ist allerdings das Gefühl des «zu Hause» seins. Jeder kennt und hat seinen Platz. Jeder hat seine persönlichen Sachen in seinem persönlichem Spind. Und es gibt auch viel Raum für gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Ping-Pong Turniere oder einfach einen gemeinsamen Kaffee. Das ist eine völlig neue Dimension. Die Spieler kommen viel früher zum Training, treffen sich in der Garderobe und geniessen dort das Zusammensein.

Mannschaft Pfadi Winterthur-1


Ihre ganze NLA-Männer-Mannschaft in einem Raum. Euphorisch, ehrgeizig, erschöpft, emotional. Wie spielen sich diese Berg- und Talfahrten in der Garderobe ab?

Im Sport folgen sich diese Emotionen oft in sehr kurzer Zeitfolge. Wir durften gleich in unserem allerersten Spiel in der neuen Arena den Gewinn des Supercups feiern. Das war toll, wir haben in der Garderobe zusammen diesen Moment genossen. Ein paar Wochen später mussten wir das Out im Europa-Cup verkraften, da war die Stimmung natürlich um 180 Grad gedreht. Im ersten Moment ist jeder in sich selbst versunken, es wird nicht gesprochen, man ist enttäuscht. Aber es gilt auch immer wieder aufzustehen, ein neues Ziel ins Visier zu nehmen.

Sie sind ein sehr leidenschaftlicher Trainer, mit Herzblut bei der Sache. Dem Sport, dem Club und ihrem Team gegenüber. Wo holen Sie Ihre Energie und den Ausgleich dazu?

Ich habe einen kompetitiven Charakter, ich liebe den Wettkampf und bin daher immer motiviert. Die Energie und den Ausgleich hole ich mir zu Hause, bei meiner Frau und meinen drei Kindern.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Gesundheit... und ein wenig Ruhe.


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Copyright Bilder: Pfadi Winterthur Handball


Blog verfasst von Tina Cecconi-Cavka, 28.11.2018
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Topics: Garderobenschränke, Alles in Ordnung


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