Deborah Tedesco - mit Leib und Seele im Beruf

Deborah Tedesco steht kurz vor dem Abschluss ihrer Weiterbildung zur diplomierten Bereichsleiterin Hotellerie-Hauswirtschaft. Die energische junge Frau leitet seit fünf Jahren den Bereich Hauswirtschaft auf Sonnmatt, Kurhotel & Residenz in Luzern und führt ein Team von 30 Mitarbeitenden. Erfahren Sie, warum diese Fortbildung für sie und andere wichtig ist und gewinnen Sie Einblicke in ihren Beruf, der für Deborah Tedesco mehr als nur ein "Job" ist. 

MAKK: Seit 5 Jahren sind Sie Leiterin Hauswirtschaft von Sonnmatt Luzern und gehören damit dem Kader an. Sie haben schon sehr früh viel Verantwortung übernommen. Gelernt haben Sie Hotelfachfrau. War für Sie von Anfang an klar, eine leitende Position anzustreben? 

Deborah Tedesco: Ich hatte schon die Vorstellung, dass ich einmal eine Führungsfunktion übernehmen würde. Doch dass ich bereits mit 24 Jahren eine Kaderfunktion in einem grossen und renommierten Betrieb wie Sonnmatt bekomme, hätte ich nie gedacht. Aber es hat sich so ergeben und ich bin glücklich in meiner Rolle.

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MAKK: Ihre Weiterbildung zur Bereichsleiterin Hotellerie-Hauswirtschaft beinhaltet nebst den hauswirtschaftlichen Themen auch die Fächer Marketing und Verkauf, Betriebsorganisation, Führung, Finanzen, Wirtschaft und Recht. Was war Ihre Motivation für diese anspruchsvolle Weiterbildung? 

Deborah Tedesco: Motiviert haben mich vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten auf Sonnmatt. Einerseits die Weiterentwicklung in den bestehenden Aufgabenfeldern, andererseits gibt es auch Ausbaupläne, die für alle involvierten Personen herausfordernd sein werden. Ich wusste, dass in den nächsten paar Jahren grosse Aufgaben auf mich zukommen würden und mein Fachwissen zu wenig fundiert ist. So fehlten mir zum Beispiel die theoretischen Kenntnisse für das Errechnen von verschiedenen Verbrauchsmaterialien oder von Wäschekapazitäten oder auch von Investitionen.

MAKK: Welche neuen Türen öffnen sich Ihnen mit dem Diplom, das Sie schon bald in den Händen halten?

Deborah Tedesco: Es war schon immer ein Wunsch von mir, als Prüfungsexpertin tätig zu sein. Mit dem Diplom kann ich mich als Expertin engagieren. 

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MAKK: Ist diese Weiterbildung auch für nicht mehr ganz junge Hauswirtschafts-Mitarbeitende geeignet?

Deborah Tedesco: Die Weiterbildung ist für alle geeignet, die sich engagieren und weiter kommen wollen. Niemand ist zu alt dafür! Ich denke, für ältere Arbeitnehmende ist es sehr wichtig, arbeitsmarktfähig zu bleiben. Es kann nur von Vorteil sein, in die eigene Weiterbildung zu investieren.

MAKK: Gibt es Themen aus der Weiterbildung, die Sie schon auf Sonnmatt einbringen oder umsetzen konnten?

Deborah Tedesco: Falls die Ausbaupläne realisiert werden, ist eine Optimierung der Wäscherei basierend auf den aktuellen Hygienestandards und den richtigen Maschinenkapazitäten mein Ziel. Dabei war mir das Modul "Wäschereiorganisation & Technik" sehr nützlich. Ausserdem fordert mich die Mitarbeiterführung täglich bei der Arbeit. Aus diesem Modul konnte ich verschiedene Themen mitnehmen, die in der Führung sehr relevant sind. Zum Beispiel das jährliche Mitarbeitergespräch. Dafür habe ich gute Hilfsmittel und Tipps zur Gesprächsführung erhalten und worauf es bei einer sinnvollen Zielsetzung ankommt.

 MAKK: Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Zukunft?

Deborah Tedesco: Weiterhin eine so stabile und angenehme Atmosphäre bei der Arbeit zu haben. Ich konnte mich hier auf Sonnmatt schon so sehr einbringen und verwirklichen, dass ich gerne hier bleiben möchte. Aber man weiss ja nie, was einem die Zukunft noch so für Überraschungen bringen wird!

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MAKK: Welches sind die grössten Wandlungen und Änderungen in den letzten Jahren in Ihrem Beruf? Und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich dadurch?

Deborah Tedesco: Meine Erfahrung ist, dass die Rahmenbedingungen unseres Berufes für Berufseinsteiger zunehmend eine Hürde darstellen und sie unter Umständen sogar davon abhalten, den Beruf zu wählen. Sie befürchten, wegen unregelmässigen Arbeitszeiten und Teildiensten das soziale Umfeld nicht mehr wie gewohnt pflegen zu können. Genau dies ist aus meiner Sicht die Chance, die eigenen Abläufe und Arbeitseinteilungen kritisch zu hinterfragen und allenfalls mit anderen Ressourcen im Betrieb kreativ zu kombinieren. Mein Team zum Beispiel arbeitet ohne den unbeliebten Teildienst. Das ist für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden ein grosser Vorteil.

MAKK: Reinigung ist eine zentrale Aufgabe in der Hauswirtschaft. Wie stehen Sie selbst zu Ordnung und Sauberkeit? Hat sich Ihre Wahrnehmung für Hygiene gewandelt im Beruf?

Deborah Tedesco: Im Berufsalltag ist Sauberkeit und Ordnung das A und 0. Egal, ob hinter den Kulissen oder vor dem Gast. Privat nehme ich es gerne etwas weniger streng, da ich ja bei der Arbeit sehr exakt bin. Aber klar hat sich mit der Zeit meine Wahrnehmung verändert. Dank der engen Zusammenarbeit und dem Vertrauensverhältnis zu meinen Mitarbeitenden bin ich im Gegensatz zu früher etwas gelassener geworden.

MAKK: Weshalb lieben Sie Ihren Beruf?

Deborah Tedesco: Mein Beruf deckt viele Bereiche und Facetten ab, deshalb ist er für mich sehr interessant. Er bringt viel Abwechslung mit sich. Und es gibt nichts Schöneres, als wenn ein Gast das Zimmer betritt und dabei ein Lächeln im Gesicht hat. Es ist immer wieder schön zu sehen oder zu hören, dass Gäste zufrieden nach Hause gehen.

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MAKK: Sonnmatt ist ein sehr gepflegtes Kurhotel an herrlicher Lage, alles wirkt luxuriös, sonnig und leicht. Aber auch im schönsten Haus gibt es Menschen, die krank oder einsam sind. Haben Sie durch die tägliche Nähe zu älteren Menschen Angst vor dem Alter?

Deborah Tedesco: Nein. Im Gegenteil. Durch Sonnmatt konnte ich mich mehr mit dem Thema auseinandersetzen und schaue positiv auf das Alter. Ich sehe, was im Alter wichtig ist oder welche Fragen und Herausforderungen sich stellen.

MAKK: Was hat denn nach Ihrer Meinung den grössten Einfluss auf Zufriedenheit im Alter?

Deborah Tedesco: Für viele Menschen ist die Gesundheit der entscheidende Faktor. Doch das greift zu kurz. Am zufriedensten macht es die Menschen, wenn sie bis zum Schluss selbstbestimmt leben können. Eigenverantwortlich entscheiden können, wie man seine Lebensjahre gestalten und erleben möchte. Das ist der entscheidende Punkt.

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MAKK: Als Leiterin Hotellerie-Hauswirtschaft sind sie auch für die Raumgestaltung zuständig. Im Berufsbild ist zu lesen: "Sie erstellen Konzepte für die Inneneinrichtung und Dekoration und beurteilen die Wirkung von Materialien, Farben und Formen (…). Sie wissen, wie sich verschiedene Farben und Materialien auf die menschliche Wahrnehmung auswirken“. Wie wichtig schätzen Sie diese Aufgabe ein?

Deborah Tedesco: Das ist eine sehr wichtige Aufgabe. Denn Dekoration, Farben und Muster haben in der Wahrnehmung eine grosse Wirkung. Das menschliche Wohlbefinden ist mit dieser Wahrnehmung verknüpft, und Farben haben eine immense Auswirkung auf unsere Emotionen.

Es gibt nichts Schöneres, als wenn ein Gast das Zimmer betritt und dabei ein Lächeln im Gesicht hat. Es ist immer wieder schön zu sehen oder zu hören, dass Gäste zufrieden nach Hause gehen.

MAKK: In unserem letzten Newsletter MAKK Insight ging es genau um dieses Thema, um Raumpsychologie und Feng Shui. Könnten Sie sich vorstellen, sich näher damit zu befassen?

Deborah Tedesco: Ich denke schon. Ich finde es spannend, etwas Neues zu lernen. Gerade über Farben, denn die nehmen wir als erstes wahr, wenn wir einen Raum betreten. Zum Beispiel die Farbe Rot. Sie ist sehr schön, doch für eine Hotellobby eher nicht geeignet, da ein kräftiges Rot auch aggressiv machen kann. Doch in einem Speisesaal kann diese Farbe in Kombination mit dezenten Farben eine Appetit anregende Wirkung haben. Das ist gerade für ältere Menschen positiv, wenn der natürliche Appetit eher abnimmt.

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MAKK: Welchen Tipp geben Sie BerufseinsteigerInnen im Bereich Hauswirtschaft?

Deborah Tedesco: Ich denke, jeder Anfang ist schwer. Wichtig ist, dass man Interesse und Engagement zeigt und immer das Ziel im Auge behält. Das hilft enorm dabei, einen Durchhänger zu meistern. Und den hat jeder mal. In schwierigen Zeiten ist auch die Unterstützung der Ausbildungsverantwortlichen im Betrieb gefragt. Für junge BerufseinsteigerInnen ist es wichtig, nie den Respekt und den Anstand zu den Kolleginnen im Team zu verlieren, auch wenn es hin und wieder schwer fallen mag. Vor allem aber sollte man immer den Spass am Beruf behalten. Das ist das Wichtigste!

In unserem Beruf muss man auf andere zugehen können und braucht Einfühlungsvermögen. Auch  Diskretion ist äusserst wichtig. Wir sind nahe am Gast und sehen und hören Dinge, die wir für uns behalten müssen.

MAKK: Ist Ihr Beruf anspruchsvoller geworden in den letzten Jahren?

Deborah Tedesco: Ja. Die Erwartungen der Gäste haben sich verändert. Sie sind viel anspruchsvoller geworden, sie verlangen immer mehr Dienstleistungen und Komfort. Man muss einfach mehr bieten heutzutage. Auf Sonnmatt erbringen wir möglichst individuelle Dienstleistungen und benötigen dadurch eine hohe Flexibilität im Betrieb.

MAKK: Welche Eigenschaften braucht es unbedingt für Ihren Beruf?

Deborah Tedesco: Am Wichtigsten scheint mir, dass man die Menschen mag. Man muss auf andere zugehen können und braucht Einfühlungsvermögen. Ein Sinn für Ordnung und Sauberkeit ist sicher nötig, und die Liebe zum Detail. Man muss Reinigungsarbeiten mögen. Von Vorteil ist auch eine gewisse Geschicklichkeit und ein Flair für technische Geräte. Ausserdem braucht unser Beruf ein grosses Mass an Flexibilität, denn es passiert laufend Unvorhergesehenes. Zudem sollte man gut organisieren und planen können. Teamfähigkeit ist ebenfalls sehr wichtig. Denn man arbeitet nicht nur im eigenen Team zusammen, sondern auch mit den anderen Bereichen wie Réception, Restauration, Pflege, Technischer Dienst etc. Eine robuste körperliche Konstitution hilft die Tage durchzustehen, an denen man lange auf den Beinen ist. Und nicht zuletzt sind  Diskretion und Zuverlässigkeit  für diesen Beruf äusserst wichtig. Wir sind nahe am Gast und sehen und hören Dinge, die wir für uns behalten müssen.

MAKK: Unser Firmen-Motto lautet „Alles in Ordnung“. Gibt es für Sie einen Zusammenhang zwischen äusserer Ordnung und innerer Klarheit?

Deborah Tedesco: In der Hotellerie und Gastronomie lernen wir sehr früh den Satz: "Egal wie viel Stress wir bei der Arbeit haben, der Gast darf nie mitbekommen, dass wir in Eile sind.“ Also ja, die äussere Ordnung ist für mich das, was ich nach aussen repräsentieren will, egal ob ich innerlich ein Gewitter mittrage oder nicht.

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Deborah Tedesco
Leiterin Hauswirtschaft, Sonnmatt Luzern – Kurhotel & Residenz
deborah.tedesco@sonnmatt.ch

Sonnmatt Luzern wurde 1908 als Kurhotel gegründet und im Jugendstil erbaut. Das Hotel wurde stilgerecht renoviert und verfügt über jeden nur erdenklichen Komfort der 4-Sterne Superior Kategorie. Das Kurhotel verfügt über 42 Zimmer und Suiten und in der Residenz Sonnmatt stehen 33 hochwertige, geschmackvoll gestaltete 2,5 bis 3,5 Zimmer-Wohnungen inkl. Zusatzleistungen für Senioren zur Verfügung. Das Angebot wird bei Bedarf durch hervorragende pflegerische, therapeutische und medizinische Leistungen ergänzt.

www.sonnmatt.ch


Blog verfasst von Beate Kurth, 25.09.2019
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