Tina Cecconi: «7 ultimative Tipps für Ordnung – oder gewinnen Sie einen Ordnungscoach»

«Man kann einen Menschen beschreiben anhand seiner Wohnung», sagt Susanne Aeberli, Ordnungs- und Optimierungscoach. So so, dachte ich, als ich ihr bei einem gemütlichen Eat & Talk in Winterthurs Innenstadt gegenüber sitze.

Unweigerlich hatte ich meinen saumässig überfüllten Kleiderschrank vor meinem geistigen Auge. «Überfüllte und unübersichtliche Kleiderschränke, Unordnung in Wohnung, Arbeits- und Abstellräumen. Sie wissen gar nicht mehr, was Sie alles besitzen», erzählt Frau Aeberli ganz entspannt weiter. Ohne zu ahnen, was sie damit in Gang setzt. Oh mein Gott, redet sie etwa tatsächlich von mir? Das stimmt doch gar nicht! Wer hat sie in mein Haus gelassen? Ich erröte nicht unmerklich bei dem Gedanken, dass Frau Aeberli – hmm – ein kleines bisschen Recht haben könnte. Aber nur vielleicht.

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Befreiendes Loslassen, Ausmisten, Ordnen

Denn bei mir hat alles System, wenn auch nicht für alle erkennbar. Für meinen Mann, einen überzeugten Anti-Sammler, schon gar nicht. Aber den lass ich hier lieber aus dem Spiel, sonst gibt’s noch ein grösseres Puff. Ausserdem ist es gar kein Puff. Ich weiss schliesslich immer und überall wo ich etwas finden kann. Zumindest denke ich das, bis ich anfange zu suchen. So wie heute Morgen beim Anziehen, als ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr… Sie wissen schon. „Ich unterstütze Sie als Ordnungscoach beim befreienden Loslassen, Ausmisten, Ordnen der Kleider und Gegenstände. Durch das Optimierungscoaching finden Sie Ihren eigenen Stil für sich und Ihre Wohnung“, fährt Frau Aeberli frischfröhlich fort und sieht dabei auf der anderen Seite des Tisches so unaufgeregt aufgeräumt aus, dass ich langsam das Gefühl habe, sie steckt mit meinem Mann "unter einer Decke".

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Mit der Aussenperspektive sieht man vieles klarer

Ich dachte, das Gespräch mit einem Ordnungscoach beruhigt mich. In echt passiert aber zuerst genau das Gegenteil. Als hätte ich zwei Schritte zurück gemacht und mich aus der Aussenperspektive betrachtet. Oh mein Gott. Mein Unterbewusstsein bleibt knallhart: Wer sagt denn überhaupt, was Ordnung ist? trotzt es. „Zuerst gehen wir das Schlimmste, das Offensichtliche an, gehen dann ins Detail und schliesslich in die Seele. Manchmal reicht eine Initialzündung, um eine Kettenreaktion auszulösen“, höre ich Frau Aeberli wie von einem weit entfernten, zweiten Kanalton hallen. Obschon sie direkt gegenüber sitzt. Ich bin entzündet. Die Kettenreaktion hat sich verselbständigt. Mir wird bewusst, dass Ordnung nichts anderes sein muss, als die liebenswürdige Kontrolle über unsere Lebensräume und -träume, unsere Habseligkeiten – in Form von Gedanken und Gegenständen. „Am Anfang ist es nicht einfach. Ohne Leidensdruck – emotional oder räumlich – bringt man den Mut für die bewusste Entscheidung jedoch nicht auf. Danach wird es aber sehr entspannt und befreiend. Ordnung fängt immer mit einer bewussten Entscheidung an. Und die äussere Ordnung führt oft zu einer Reflexion der inneren Ordnung. Man muss auch bereit sein dafür, denn es setzt vieles in Bewegung“, so Susanne Aeberli weiter. Ich bin so was von bewegt. Auch weil ich mir, anders als erwartet, keine Standard-Rezepte und Standpauke gegen unsere Wohlstands- und Konsumgesellschaft anhören muss. Die kennen wir eigentlich alle, wir sind schliesslich Teil davon. Eigentlich.

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Ordnung fängt immer mit einer bewussten Entscheidung an

Das Angebot an entsprechenden Ratgebern, für alle Lebensbereiche, floriert, ja boomt als Millionengeschäft. Leider zielen die meisten davon auf Standardisierung. Alle wissen, was ich wie kochen, putzen, essen, anziehen und denken soll. Dann bin ich glücklich. Aufgeräumt. Aber, diese Ratgeber boomen, weil sie einen glauben machen, dass es für alles eine allgemeingültige Lösung gibt. Und die ist ganz einfach. So. Die Auseinandersetzung mit seinen dunklen, verborgenen, unschönen Eigenheiten (also ich hab welche!) scheut dennoch jeder und es ist heute ganz einfach dafür ein beliebiges Symptom zu benennen. Deshalb stapeln sich die Ratgeber weiter auf unser aller Nachttischchen. Nach Lösung fühlt sich das Ganze aber dennoch nicht an. Auch bei der japanischen Aufräumberühmtheit und Bestsellerautorin Marie Kondo nicht (KonMari Methode & Netflix-Sendung "Aufräumen mit Marie Kondo"), welche mit ihrer Methode der gerollten Wäsche und Heiligkeit der Dinge das Glück des Lebens lehrt. Muss Aufräumen und Ordnung so fundamentalistisch und gleichzeitig so allumfassend sein? Also zu mir passt das nicht. Mein Kleiderschrank-Chaos aber genauso wenig. Ich will dennoch keine Wohnung wie aus dem museal angehauchten Design-Möbelkatalog. Denn: Ich liebe ein lebendiges, leidenschaftliches Zuhause.

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Ordnung erfordert Entscheidung und Mut

Dass meine Kinder und ich am Morgen rennen, verzweifeln, fluchen (nur ein bisschen!) weil wir unsere Armbanduhr, die Hausaufgaben oder die Schlüssel nicht finden, ist nicht immer einfach. Aber immer spannend, lehrreich und belebend – eben schöpferische Alltagsgestaltung. Es ist aber auch anstrengend. Doch alles was belebt, ist befruchtend und gut, sagt zumindest Ordnungscoach Susanne Aeberli. Das Ganze sollte deshalb auch ohne blutleere, diätmässige Selbstoptimierungs-Methodik mit erhobenem Zeigefinger und gleichzeitiger Fütterung des schlechten Gewissens funktionieren. Denn, wir sind nicht schlecht oder konsumgesteuert, wenn wir unsere Sachen lieben und uns freuen an deren Haptik, Optik, Form und Erinnerungswert. Und trotzdem. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Eine einfache Entscheidung kann schon der Anfang von befreiender Ordnung sein. Frau Aeberli hat mich dabei keineswegs beruhigt oder erleuchtet, das war auch nicht ihr Anspruch an unser Gespräch. Aber sie hat mich gepiekst, und zwar so richtig. Dort, wo‘s weh tut. Und eins ist klar: Mein Kleiderschrank wird mich nicht mehr erröten lassen und die Kontrolle über teuren Raum und wertvolle Zeit einnehmen. Die Entscheidung steht. Punkt. Los! Attacke!

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Kommen auch Sie in befreiende Fahrt und starten Sie ordentlich in den Frühling. Auf geht's!

7 Schritte zu innerer & äusserer Ordnung:

  1. Schauen Sie sich Ihr Zuhause (inkl. Schränke, Schubladen, Keller) mit dem Blick eines Aussenstehenden an. Was würde eine Drittperson über Sie denken? Nehmen Sie sich viel Zeit für die Analyse, schreiben Sie es auf

  2. Nur Mut! Fangen Sie heute damit an. Welche faulen Ausreden für das Aufschieben werden Sie in Zukunft nicht mehr gebrauchen? Minimieren Sie die „Zeitfresser“ wie z. B. TV, Smartphone etc. 

  3. Holen Sie sich Unterstützung von einem Familienmitglied, von Freunden oder einem Ordnungscoach, um endlich zu handeln. So überwinden Sie den inneren Schweinehund und gleichzeitig ist Spass & Unterhaltung garantiert. 

  4. Bei Neuanschaffungen überlegen Sie sich vorher, wo der zukünftige Platz dafür ist. Brauchen Sie das wirklich oder ist Ihnen nur nach Einkaufen zu Mute? 

  5. Was Sie schon seit einem Jahr nicht mehr angefasst oder angezogen haben, kann wohl weg! Eine Nostalgiekiste (nur eine!) mit schönen Erinnerungen darf selbstverständlich bleiben.

  6. Verzetteln Sie sich nicht beim Ausmisten (sich nicht zu viel auf einmal vornehmen) und konzentrieren Sie sich auf einen Bereich. Andernfalls droht Frust, da Sie Gefahr laufen ein noch grösseres Chaos anzurichten.

  7. Nach dem Ausmisten (planen Sie grosszügig mehrere Wochenenden ein) wird ein Ordnungssystem eingeführt. So erhält jedes Ding seinen Platz und wird nach Gebrauch sofort wieder genau dort verräumt. So erhalten Sie besseren Überblick über die Dinge und finden auf Anhieb alles. -  Testen Sie jetzt die      Wirtschaftlichkeit Ihrer Wäscherei                                                                                  Zum Online-Check >

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Susanne Aeberli

Susanne Aeberli

Ordnungs- & Optimierungscoach
Goldbacherstrassse 13
8700 Küsnacht

Tel. 044 322 40 18 / 076 377 40 18

susanne.aeberli@sunrise.ch
www.susanne-aeberli.ch

 


Blog verfasst von Tina Cecconi-Cavka, 02.04.2019
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Topics: Garderobensysteme, Alles in Ordnung, Lebensphilosophie